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HBL: Liga soll spätestens im Oktober starten

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Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), Frank Bohmann, hat sich in einem Interview mit dem Fernsehsender MDR zu einem Starttermin der Saison 2020/21 geäußert. Wenn möglich im September, spätestens aber im Oktober soll der Ball in der höchsten deutschen Handball-Spielklasse wieder rollen. Im Optimalfall soll dies mit Zuschauern passieren. Denn: „Geisterspiele sind alles andere als optimal. Eine Fortsetzung des Spielbetriebs macht nur Sinn, wenn wir Zuschauer in irgendeiner Form zulassen können und dies dann im Saisonverlauf steigern.“

Für einen Spielbetrieb unter Einbeziehung von Publikum erarbeiten HBL und die darin organisierten Klubs Hygienekonzepte. Bohmann kann sich vorstellen, unter der Einhaltung von Abstands- und sonstigen Hygieneregeln mit einer Hallenauslastung von 25 bis 30 Prozent zu starten. Ziel müsse es sein, diesen Wert dann über die Saison hinweg zu steigern. Wann es wieder ausverkaufte Hallen und Arenen geben werde, wollte der HBL-Chef nicht mutmaßen: „Das wird ein stufenweiser Prozess“, sagte er zu diesem Thema, das in allererster Linie die Existenzgrundlage der Profi-Vereine betrifft.

„Vorrangiges Ziel ist es aktuell, die Wirtschaftlichkeit der Klubs mit allen Mitteln zu sichern“, sagte Bohmann mit Blick auf die durch die Corona-Pandemie fast komplett weggebrochene Einnahmenseite der Bundesligisten. Auch deshalb müsse man „alles daransetzen, um im September oder Oktober starten zu können“ – und zwar mit Zuschauern. Eine Entscheidung über den konkreten Starttermin soll laut Bohmann in zwei Wochen, sprich Mitte/Ende Juni fallen.

„Nur ein Tropfen auf den heißen Stein“

Geisterspiele sollen dabei, wenn überhaupt nötig, nur in begrenztem Rahmen eingeplant werden. Bohmann rechnete vor, dass die Klubs bei fünf bis sechs Geisterspielen 40 Prozent der Spielergehälter reduzieren müssten, weil sie über Reserven aus Eigenkapital schlichtweg nicht verfügten. Hilfen aus der Politik und dem angekündigten Konjunkturpaket sieht der HBL-Geschäftsführer nicht: „Wenn das so kommt, wie es momentan beschlossen und formuliert ist, dann wäre es nur ein Tropfen auf den heißen Stein. So, wie es jetzt formuliert ist, wird es keine echte Hilfe sein.“ Viele Vereine könnten, so Bohmann weiter, nicht einmal die Bedingungen dafür erfüllen.

Die Vorbereitung auf die neue Saison müsse deutlich verändert und an die besonderen Umstände angepasst werden, führte Bohmann in dem langen und ausführlichen MDR-Interview aus. Hierzu habe die HBL eine Taskforce Vorbereitung eingesetzt. „Es handelt sich um ein wissenschaftliches und umfassendes Generalkonzept für das saisonvorbereitende Training, das wir nun an die Klubs weitergeben werden.“ Zehn statt der sonst üblichen sechs Wochen sollten die Vereine einplanen, da durch den Stillstand seit März auch eine deutlich längere Spielpause entstanden sei.

Umgerechnet auf einen Saisonstart Anfang September würde das bedeuten, dass die Teams bereits zeitnah wieder ins Training einsteigen müssten. Mitte Juli würde es wieder losgehen mit Training, wenn die Saison im Oktober beginnen soll.  

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Die Fans warten sehnsüchtig auf Handball - Fotos: RNL
Zehn Wochen vor Saisonstart soll die Vorbereitung beginnen