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Sensationeller Löwen-Sieg in Saarlouis

     3. Liga  

Damit war nicht zu rechnen: Trotz heftiger Gegenwehr der HG Saarlouis und einer frenetischen Anhängerschar setzten sich die Rhein-Neckar Löwen II durch. Das junge Team des Handball-Drittligisten aus Baden gewann vor 1170 Zuschauern nach einer sehr intensiven Partie mit 31:30 (17:14).

Die besten Werfer bei den Gästen waren Philipp Ahouansou (6) und Tim Ganz (5/2). Auf Seiten der HG trafen Peter Walz (10/1) und Quentin Abadie (9/2) am meisten. Für die Löwen, die mit diesem Erfolg in der Tabelle an der HG auf den siebten Tabellenplatz vorbeizogen, steht bereits am Freitag (20 Uhr, Stadthalle Östringen) das Heimspiel gegen den HC Oppenweiler/Backnang auf dem Programm.

Beim Auftritt im Saarland lagen die Junglöwen zunächst vom Anpfiff weg vorne. Die 3:0-Führung gab Mut und hielt lange Zeit. Als Sebastian Trost nach einer Viertelstunde zum 10:6 traf, lagen die Gäste sogar noch etwas deutlicher in Front. Stefan Neagu (aus der A-Jugend) erhöhte im Hexenkessel der Stadtgartenhalle sogar auf 16:11 (26.), ehe Rico Keller kurze Zeit später das 17:12 erzielte. Ein Doppelschlag von Peter Walz brachte die HGS wieder heran. Zur Pause führten die Löwen mit 17:14.

In den Minuten nach Wiederbeginn konnten die Badener ihren Positivtrend zunächst nicht fortsetzen. Nach weiteren zwei HGS-Treffern stand es nur noch 16:17 (34.). Ein Siebenmetertor von Leon Bolius wurde mit dem 17:18 gekontert. Der starke Löwen-Torwart Can Adanir konnte sich dann zwar auch in die Torschützenliste eintragen, doch das Spiel kippte dennoch.

In Überzahl erzielten die Hausherren das 22:20 (44.) und lagen auch beim 24:22 (47.) vorne. Dann aber kamen die Junglöwen richtig stark zurück. Ganz und Ahouansou sorgten für den 24:24-Ausgleich (49.). Die Führung holten sich die Gäste wieder, als Ganz in der 52. Minute zum 26:25 traf. Kurz danach sorgte ein 3:0-Lauf der Gäste mit Toren von Ahouansou (2) und Neagu für die 29:26-Führung. Am Ende wurde es zwar nochmals eng, den Sieg ließen sich die Löwen allerdings nicht mehr nehmen. 

Trainerstimmen

Philipp Kessler (HG Saarlouis): „Ich bin nicht unzufrieden mit der Leistung in der zweiten Halbzeit und den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte. Zusammengefasst ist es so, dass wir gegen einen sehr starken Gegner mit einer hohen individuellen Qualität gespielt haben. Die Würfe haben Präzision, es ist viel Power drin auch bei den Kreuzbewegungen. Deshalb kam auch die Abwehrumstellung von 6:0 auf eine 3:2:1. Das hat auch gut funktioniert, gerade in der zweiten Halbzeit. Wir hatten uns viel vorgenommen, die Jungs haben das sehr gut umgesetzt, das sieht man auch beim Spielverlauf. Rückstand egalisiert, haben dann beim 24:22 eine Zwei-Tore-Führung. Was unser Problem war hat jeder gesehen: Wir verwerfen in der zweiten Halbzeit fünf freie Bälle. Wenn ich jetzt noch die freien Rückraumwürfe dazu nehme, liegen wir im zweistelligen Bereich. Und dann reicht es halt nicht. Wir haben uns für den Aufwand nicht belohnt. Diese Niederlage tut weh, wir können aber auch viel daraus lernen.“ 

Michel Abt (Rhein-Neckar Löwen II): „Ich kann mich nur bedanken, in vielerlei Hinsicht. Ich durfte das erste Mal in Saarlouis sein und hab in eineinhalb Jahren als Trainer noch nie eine solche Halle erlebt. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht hier zu spielen. Weiterhin möchte ich mich bei meiner Mannschaft bedanken. Dass eine solch junge Mannschaft in einer solchen Halle bestehen kann ist charakterlich unfassbar. Wir wussten, dass wir bis zum Schluss kämpfen mussten. Nach der Halbzeit haben wir die Führung weggeworfen und rennen einem Rückstand hinterher. Und dann haben wir einfach gesagt: Dieser ganze Lärm in der Halle ist für uns, weil wir uns den erarbeitet haben und wir versuchen ihn für uns zu nutzen. Bei diesem Spiel und diesem Verlauf hat sich unsere junge Mannschaft den Sieg verdient. Darauf bin ich stolz und kann nur meinen Respekt aussprechen.“ 

Spielstatistik

HG Saarlouis – Rhein-Neckar Löwen II 30:31 (14:17)

HG Saarlouis: Schulz, Jonczyk – Leist (2), P. Walz (10/1), Hartz, Lielais, Rifel, Grbavac (4), Louis (1), Thierry, Abadie (9/2), Noll (3), Kucharik (1), L. Walz. Trainer: Kessler.

Rhein-Neckar Löwen II: Adanir (1), Unser – Trost (4), Ahouansou (6), Meiser, Schneibel, Braun (3), Neagu (4), Bolius (3/1), Wichmann (2), Veigel, Ganz (5/2), Keller (3), Kessler. Trainer: Abt.

Schiedsrichter: Kaplan/Scheld (Wiesbaden/Hüttenberg)

Zuschauer: 1170 (Stadtgartenhalle Saarlouis)

Siebenmeter: 4/3:5/3

Zeitstrafen: 4:6 Minuten

Disqualifikation: Noll (44.)

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Ein Team: Die Junglöwen bei der Auszeit kurz vor Schluss - Fotos: RNL/Retzlaff
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