
Junge U23 kämpft sich eindrucksvoll zurück
27. September 2026
U23 unterliegt dem TSB Heilbronn-Horkheim in der 3. Liga am Sonntagabend in der Erich-Bamberger Stadthalle Östringen mit 30:34 (12:17).

Schwungvoll: Der erst 17-jährige Tim Löhr wirft gegen Horkheim zwölf Tore - Foto: Tanja Sommer
Draußen sorgten knapp 30 Grad und viel Sonnenschein für ungewöhnlich sommerliche Bedingungen Ende September, drinnen herrschte gute Stimmung in der Erich-Bamberger Stadthalle. Nach drei Auswärtsspielen in Folge durfte die U23 endlich wieder vor heimischer Kulisse antreten. Gegen den erfahrenen Drittligisten aus Heilbronn-Horkheim verschlief die extrem junge Mannschaft allerdings den Start – und musste diesem Rückstand anschließend nahezu die gesamte Partie hinterherlaufen.
Mit einem Altersschnitt von rund 19,5 Jahren und gleich drei 17-Jährigen im Kader standen die Junglöwen erneut vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Die angespannte Personalsituation sorgt derzeit dafür, dass zahlreiche U19-Akteure auch in der U23 zeitlich und sportlich viel leisten müssen. Gegen Horkheim wurde dies unter anderem bei Tim Löhr und Tarik Cem Graf deutlich, die große Spielanteile erhielten.
Zu viele eigene Fehler in der Anfangsphase
Bis zum 4:4 nach knapp sieben Minuten war die Partie ausgeglichen. Anschließend übernahm Horkheim immer mehr die Kontrolle. Die Gäste verteidigten konsequent und nutzten gleichzeitig die zahlreichen technischen Fehler und Passfehler der Löwen. Mit einem 6:0-Lauf setzte sich der TSB auf 10:4 ab.
Vor allem in den ersten 20 Minuten fand die U23 kaum zu ihrem Spiel. Horkheim agierte abgeklärt in Abwehr und Angriff und nahm die Einladungen der Gastgeber konsequent an. Beim 12:17 ging es schließlich in die Kabinen.
Trainer Daniel Wernig sprach die Probleme anschließend deutlich an: „Wir haben sehr viele technische Fehler und Passfehler produziert, ohne dass der Gegner wirklich hohen Druck in der Abwehr ausgeübt hat. Wir haben uns das Leben selbst sehr schwer gemacht und sind diesem Rückstand das ganze Spiel hinterhergelaufen.“
Dabei nahm Wernig ausdrücklich nicht nur seine jungen Akteure in die Verantwortung. Auch die erfahreneren Spieler seien in dieser Phase nicht fehlerfrei geblieben. Genau diese einfachen Ballverluste gilt es für die kommenden Aufgaben deutlich zu reduzieren.
Sieben Tore hinten – und plötzlich wieder dran
Was der jungen Mannschaft an diesem Abend allerdings nicht vorzuwerfen war: Sie gab sich zu keinem Zeitpunkt auf. Auch als Horkheim beim 25:18 in der 42. Minute erstmals mit sieben Treffern führte, kämpften die Löwen weiter.
Angetrieben von einem überragenden Tim Löhr startete die U23 ihre Aufholjagd. Der erst 17-Jährige erzielte insgesamt zwölf Treffer und verwandelte alle vier Siebenmeter. Beim 23:27 war der Rückstand wieder auf vier Tore geschmolzen, Löhr verkürzte wenig später auf 25:27. Elias Ciudad Benitez brachte seine Mannschaft beim 26:27 schließlich bis auf einen Treffer heran.
Horkheim legte wieder vor, doch die Löwen blieben dran: 27:28, wenig später durch einen Siebenmeter von Löhr 28:29. Mehrfach lag der Ausgleich in der Luft – der entscheidende Schritt gelang jedoch nicht.
„In der zweiten Halbzeit können wir auf vieles aufbauen. Das war von der Identität, der Emotionalität und vom Teamgefüge her gut. Dadurch konnten wir viele gute Akzente setzen und noch einmal bis auf ein Tor herankommen“, sagte Wernig.
Mader feiert Drittligapremiere
Auch personell gab es einen besonderen Moment. Der 18-jährige Constantin Mader kam im Tor zu seinem ersten Einsatz in der 3. Liga und fand sich nach seiner Einwechslung gut in die Partie ein. Neben ihm übernahmen die jungen Spieler viel Verantwortung. Tarik Cem Graf erhielt ebenfalls große Spielanteile, während Löhr mit seinen zwölf Treffern offensiv herausragte.
In der Schlussphase machte sich schließlich bemerkbar, wie viel Kraft die Aufholjagd gekostet hatte. Nach dem 28:29 setzte sich Horkheim wieder auf 31:28 ab. Noch einmal kamen die Löwen durch Löhr und Lucas Pabst auf 30:32 heran, ehe die Gäste mit den letzten beiden Treffern der Begegnung den 34:30-Erfolg perfekt machten.
Horkheims Trainer Oliver Heß war entsprechend erleichtert: „Wir sind natürlich total froh, den Sieg zu holen. Es ist immer ein schwieriges Spiel hier.“ Vor allem mit dem Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Hälfte zeigte er sich zufrieden. Horkheim verteidigte das Eins-gegen-eins der Löwen gut und erarbeitete sich daraus Möglichkeiten im Umschaltspiel.
Nächste Aufgabe in Würzburg
Für die U23 bleibt die Erkenntnis, dass sie sich gegen einen erfahrenen Drittligisten selbst in eine schwierige Ausgangslage gebracht hat. Gleichzeitig zeigte die Reaktion nach einem Sieben-Tore-Rückstand, welches Potenzial in der jungen Mannschaft steckt. Nun gilt es, die Zahl der technischen Fehler zu reduzieren und die gezeigte Emotionalität und Stabilität über einen längeren Zeitraum auf die Platte zu bringen.
Weiter geht es am Sonntag, 4. Oktober. Um 17 Uhr gastiert die U23 bei den Wölfen Würzburg in der tectake ARENA.
Rhein-Neckar Löwen U23: Constantin Mader, Maximilian Herb – Matej Alexander Simicic, Noah Oremek, Levin Droll, Lucas Pabst (4), Elias Ciudad Benitez (6), Matthis Krauth (1), Adam Jozsa (3), Philipp Alt (3), Tim Löhr (12/4), Jan Kraft, Noah Gonzalez Doblado, Julian Baumhauer, Tarik Cem Graf (1), Patrick Ehrgott. Trainer: Daniel Wernig
TSB Heilbronn-Horkheim: Marco Bitz, Jan Kanters – Florian Distel (1), Nick Bischoff, Niklas Roth (5), Mario Urban (5), Johannes Rebmann (5), Niklas Matusik (6), Yannik Polifka (3), Leon Glaser, Yannik Starz (6/1), Nicolas Herrmann, Andreas Schröder, Louis Dück (3). Trainer: Oliver Heß
Schiedsrichter: Benedikt Steinebach / Philipp Schürhoff (Siegen/Netphen)
Zuschauer: 200 (Erich-Bamberger Stadthalle Östringen)
Siebenmeter: RNL 4/4 – TSB 1/1
Zeitstrafen: RNL 1 – TSB 1
