
Hospitation bei den Junglöwen: Engagement für den Kinderhandball
26. Februar 2026
Im Rahmen einer Hospitation durften wir mit Marco Sebastian (HSG Landau/Land), Ronny Borrmann (TV Knielingen), Tim Seitz (TSV Speyer) und Georgios Tsolakidis (TV Offenbach) vier engagierte Trainer im Nachwuchsleistungszentrum begrüßen.

Martin Berger (links) mit den Hospitanten Marco Sebastian, Ronny Borrmann, Tim Seitz und Georgios Tsolakidis
Neben ihren alltäglichen Aufgaben im Verein nahmen sie sich bewusst Zeit, um Einblicke in unsere Trainingsarbeit, Strukturen und Philosophie zu gewinnen – mit dem Ziel, neue Impulse für ihre eigene Vereinsarbeit mitzunehmen.
Löwen-Nachwuchskoordinator Martin Berger: „Wir haben uns sehr über das Engagement von Marco, Ronny, Tim und Georgios gefreut. Sie haben neben ihren alltäglichen Aufgaben die Zeit gefunden, sich fortzubilden und für ihre Vereine neue Ideen zu sammeln. Nur gemeinsam können wir den Kinderhandball in der Rhein-Neckar-Region stärken und wir freuen uns darüber, neue Mitstreiter dafür gefunden zu haben.“
Erfahrungsbericht der Teilnehmer
Nach der Fortbildungsreihe der „MiniLöwen – MaxiTrainer“-Workshops unterbreitete Martin Berger die Möglichkeit, im Nachwuchsleistungszentrum zu hospitieren. Von einer Hospitation können auf lange Sicht alle profitieren: Die Hospitanten nehmen Impulse für ihre Entwicklung mit, die Spieler in den Heimatvereinen profitieren von neuen Erkenntnissen – und im besten Fall trägt dies dazu bei, den Handball in der Rhein-Neckar-Region weiterzuentwickeln.
Nach der Bewerbungsphase erhielten wir vier Trainer aus der Region – Georgios Tsolakidis (TV Offenbach), Marco Sebastian (HSG Landau/Land), Ronny Borrmann (TV Knielingen) und Tim Seitz (TSV Speyer) – den Zuschlag.
Start der Hospitation war der 26. Januar mit einer Begrüßung im Foyer der Trainingshalle durch Martin Berger und Julian Mohr. Bereits im ersten Briefing wurde deutlich: Wir sind willkommen, die Kommunikation erfolgt auf Augenhöhe und wir haben großen Gestaltungsspielraum hinsichtlich Umfang und Schwerpunkten unserer Hospitation.
Die Umstellung von E-/D-Jugend-Bezeichnungen auf U11 bis U23 war schnell verinnerlicht – spannender wurde es bei der flexiblen Altersklassifizierung. Von der U14 bis zur U23 ist die Einteilung nicht starr, sondern orientiert sich an Entwicklungsstand und Leistungsfähigkeit.
Der Gedanke dahinter: Akzelerierte Spieler profitieren vom Training mit älteren Jahrgängen, während Spieler, die physisch oder entwicklungsbedingt noch Entwicklungspotenzial haben, gezielt mit jüngeren Gruppen wachsen können. Ein Ansatz, der viel Flexibilität erfordert, sich jedoch in der Praxis als absolut sinnvoll erwies. Vertiefende Einblicke dazu bietet der Podcast „We talking about Praxis“ (#193) von Blindside mit Martin Berger.
Trainingsprinzip: SPIELEN, SPIELEN, SPIELEN
Eine prägnante Handschrift zog sich durch sämtliche Trainingseinheiten: Trainingsprinzip Nr. 1 – weniger isoliertes Üben, mehr Spielen.
Unabhängig von Altersklasse oder Leistungsniveau stand das geleitete Spiel im Mittelpunkt. Wiederkehrende Spielsituationen ermöglichten direkte Umsetzung von Coachingpunkten. Spieler waren gezwungen, situativ Entscheidungen zu treffen – nicht auf Basis vorab festgelegter Lösungen.
Mit steigendem Leistungsniveau wurden Korrekturen präziser und reduzierter. Die Anzahl spielnaher Entscheidungen pro Einheit war enorm – etwas, das in klassischen Übungsformen nur schwer reproduzierbar wäre.
Unterschiede zu den Heimatvereinen
Auffällig waren die homogenen, selbstständigen und hoch motivierten Trainingsgruppen. Standzeiten sind minimal, das athletische und spielerische Niveau hoch. Teilweise betreuen bis zu fünf Trainer gleichzeitig Kleingruppen.
Athletik- und Sprungkrafttraining nehmen einen hohen Stellenwert ein. Auch die infrastrukturellen Voraussetzungen – eigene Trainingshalle, Krafträume, moderne Ausstattung und umfangreiche Hallenzeiten – sind außergewöhnlich.
Besonders positiv
Bemerkenswert war die offene und wertschätzende Atmosphäre: Vom Hausmeister bis hin zu Uwe Gensheimer wird jeder mit Handschlag oder kurzem Abklatschen begrüßt. Eine kleine Geste mit großer Wirkung.
Neben den Trainingseinheiten waren insbesondere die Gespräche am Spielfeldrand wertvoll. Martin Berger, Julian Mohr sowie weitere Trainer und Spieler standen jederzeit für Austausch zur Verfügung.
Was nehmen wir mit?
Die Vielzahl an Eindrücken aus unterschiedlichen Trainingseinheiten bei verschiedenen Trainern wird unsere eigene Trainingsarbeit nachhaltig beeinflussen. Manches lässt sich direkt übernehmen, vieles muss auf die Gegebenheiten im Breitensport angepasst werden.
Die konsequente Einteilung in Leistungsgruppen ist in dieser Form nicht überall umsetzbar – dennoch lohnt es sich, einzelne Elemente zu implementieren.
Fazit
Unterm Strich sind wir sehr dankbar für die Möglichkeit der Hospitation bei den Junglöwen. Der Kontakt wird sicherlich auch künftig bestehen bleiben – im Sinne eines gemeinsamen Austauschs und einer starken Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendhandballs in der Region.

