
U23 zeigt Moral und Einsatz, aber die Punkte fehlen
11. Oktober 2026
U23 unterliegt dem amtierenden Staffelmeister SV Salamander Kornwestheim in der 3. Liga Süd am Samstagabend in der Trainingshalle Kronau mit 29:34 (13:17).

Energischer Einsatz von Philipp Alt - Foto: Tanja Sommer
Die U23 wartet weiter auf die erhoffte Belohnung für ihren Aufwand. Gegen den amtierenden Staffelmeister SV Salamander Kornwestheim gerieten die Junglöwen früh ins Hintertreffen, kämpften sich im zweiten Durchgang aber noch einmal heran. Am Ende setzte sich die deutlich erfahrenere Mannschaft aus Kornwestheim mit 34:29 durch.
Dabei trafen zwei Mannschaften mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinander. Während der Kader der Gäste einen Altersschnitt von rund 26 Jahren aufwies, lag dieser bei den Junglöwen bei gerade einmal 20 Jahren. Hinzu kam, dass mehrere Akteure der U23 bereits zuvor im U19-Aufgebot gestanden hatten.
Früher Rückstand kostet viel Kraft
Kornwestheim erwischte den deutlich besseren Start und führte nach gut drei Minuten bereits mit 3:0. Die Junglöwen fanden anschließend besser in die Begegnung, mussten die Gäste aber zunächst weiter davonziehen lassen. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde stand es 4:10.
Die Mannschaft von Daniel Wernig ließ sich davon nicht abschütteln. Tim Löhr, Noah Oremek und Co. verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich wieder auf drei Treffer. Mit einem 13:17 ging es schließlich in die Pause. Ein wesentlicher Faktor war dabei Kornwestheims Torhüter Jan Tinti. Die Junglöwen erspielten sich immer wieder gute Abschlussmöglichkeiten, ließen aber zu viele davon ungenutzt.
Junglöwen beißen sich noch einmal heran
Auch der Beginn der zweiten Hälfte verlief zunächst nicht nach Wunsch. Kornwestheim setzte sich auf 20:14 ab und lag wenig später beim 24:17 erstmals mit sieben Treffern vorne.
Doch die junge Löwen-Mannschaft gab sich nicht geschlagen. Mit einer offensiveren Abwehr, viel Einsatz und zunehmendem Druck kämpfte sie sich wieder zurück. Aus dem 17:24 wurde ein 24:27 und spätestens beim 26:29 gut sieben Minuten vor Schluss war die Partie noch einmal offen.
Kornwestheim behielt in der entscheidenden Phase jedoch die Ruhe. Die Junglöwen kamen nicht mehr entscheidend näher und mussten sich schließlich mit 29:34 geschlagen geben.
Wernig: „Wir müssen Spiele gewinnen“
„Ich kann der Mannschaft eigentlich gar keinen Vorwurf machen. Viele Spieler hatten durch das U19-Spiel zuvor heute fast 120 Minuten in den Beinen. Wir haben uns gut vorbereitet und gerade in der ersten Halbzeit viele richtig gute Möglichkeiten herausgespielt. Entscheidend war heute aber der Torhüter auf der Gästeseite. Wir haben 15, 16 sehr gut herausgespielte Chancen nicht genutzt. Auf diesem Niveau ist das einfach zu viel“, bilanzierte Daniel Wernig.
Auch nach dem Seitenwechsel habe seine Mannschaft alles versucht: „Wir kommen in der zweiten Halbzeit zurück, beißen uns in die Partie rein, gehen auch in eine offensivere Abwehr und investieren wirklich alles. Heute scheitern wir in meinen Augen nicht an der besseren Mannschaft, sondern am gegnerischen Torhüter. Das ist bitter.“
Gleichzeitig ordnete Wernig die derzeit schwierige personelle Situation ein. Die Zahl der verletzten und angeschlagenen Spieler sei sowohl in der U23 als auch bei den für die U23 eingeplanten U19-Akteuren sehr hoch. Dadurch fehle momentan vor allem in der Breite die notwendige Ausgeglichenheit, um die Leistung über die gesamten 60 Minuten konstant abzurufen.
Am Anspruch ändere das jedoch nichts. „Es gibt viele positive Dinge. Aber wir müssen punkten, wir müssen Spiele gewinnen. Das ist hier der Anspruch und das ist auch mein Anspruch. Ich glaube fest daran, dass wir uns in den nächsten Wochen für unsere Arbeit auch mit Siegen belohnen werden.“
Schurr: „Mussten bis zum Ende hart arbeiten“
Auch Kornwestheims Trainer Alexander Schurr hatte seine Mannschaft im Vorfeld ausdrücklich vor den Junglöwen gewarnt. Die knappen Ergebnisse der vergangenen Wochen hätten gezeigt, welche Qualität in der jungen Mannschaft steckt.
„Wenn man hier spielt, trifft man auf eine sehr junge, hochtalentierte Mannschaft, die Vollgas-Handball spielt. Uns war klar, dass wir über 60 Minuten guten und vor allem geduldigen Handball spielen müssen“, erklärte Schurr.
Mit dem eigenen Angriffsspiel in der ersten Hälfte zeigte er sich nicht durchgehend zufrieden. Ein wichtiger Faktor sei deshalb Jan Tinti gewesen: „Wir hatten mit Jan Tinti im Tor einen wichtigen Rückhalt. Gerade in Phasen, in denen die Löwen zu freien Würfen gekommen sind, hat er wichtige Bälle gehalten.“
Auch beim zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung sei die Partie für ihn noch nicht entschieden gewesen. „Plötzlich waren es nur noch vier, dann drei Tore. Deshalb mussten wir bis zum Ende richtig hart arbeiten, um dieses Spiel nach Hause zu bringen.“
Highlights
Unsere U23 liefert dem amtierenden Staffelmeister SV Salamander Kornwestheim einen intensiven Kampf. Nach einem schwierigen Start und einem 13:17-Pausenrückstand kämpfen sich die Junglöwen in der zweiten Hälfte noch einmal heran, müssen sich am Ende aber mit 29:34 geschlagen geben. Die Highlights aus der Trainingshalle Kronau im Video.
Trainerstimmen
Daniel Wernig sieht viele positive Ansätze und großen Einsatz seiner jungen Mannschaft, macht aber auch deutlich: Die U23 muss sich für ihre Leistungen endlich mit Punkten belohnen. Alexander Schurr erklärt, warum er sein Team im Vorfeld ausdrücklich vor den Junglöwen gewarnt hatte und weshalb Kornwestheim bis zum Ende hart für den Auswärtssieg arbeiten musste. Die Stimmen der beiden Trainer nach dem Spiel.
Statistik
Rhein-Neckar Löwen U23: Maximilian Herb, Luca Zapp, Constantin Mader – Matej Alexander Simicic (2), Noah Oremek (2), Lucas Pabst, Tarik Cem Graf, Elias Ciudad Benitez (2), Matthis Krauth (4), Adam Jozsa (2), Philipp Alt (4), Tim Löhr (5/2), Jan Kraft (5/2), Noah Gonzalez Doblado, Julian Baumhauer (3), Patrick Ehrgott. Trainer: Daniel Wernig.
SV Salamander Kornwestheim: Jan Tinti – Lukas Reu (2), Toni Luithardt, Maximilian Keil (1), Tim Zeppmeisel (1), Felix Kazmeier (9/3), Christopher Tinti (4), Moritz-Lukas Lanig (2), Marco Lantella (4), Jan Döll (4), Jan Kägler (3), Marvin Bahmann, Finn Joneleit (4), Raphael Haller. Trainer: Alexander Schurr.
Siebenmeter: RNL 4/2 – SVK 4/3
Zeitstrafen: RNL 1 – SVK 5
Schiedsrichter: Max Wessendorf / Yassin Velasco (Siebengebirge/Bonn)
Zuschauer: 140 (Trainingshalle Kronau)
Bildergalerie
Fotos: Tanja Sommer
